Fuck the phone!

Man hat mich losgeschickt, ich soll mir mehr Hilfe suchen. Fein. Diagnosen laut ICD-10: F33.1, F41.0, F40.1
Einverstanden.

„Ich schreibe Sie hiermit weiter krank und Ihr einziger Job besteht jetzt darin, diese Liste mit Verhaltenstherapeuten abzuarbeiten, bis einer für Sie Zeit hat. Wir sehen uns Ende des Monats wieder.“, hat sie gesagt. Dabei müsste sie es doch eigentlich besser wissen. Sie ist schließlich nicht ohne Grund meine Psychiaterin, verdammte Axt. Sie weiß all die klugen Dinge über Diagnoseschlüssel und so.

Hier, da haben wir’s ja: soziale Phobie, Angst- und Panikstörung. Und Sie fühlen sich wie gelähmt, wenn Sie einen Telefonhörer* in die Hand nehmen müssen? Gut. Ein Klassiker. Sie brauchen dann wohl etwas Therapie. Hier ist eine Liste. 431 Kontakte im Hamburger Raum. Rufen Sie da mal durch …

No shit.

Ich fühle mich, als hätte ich im Callcenter bei 1und1 angerufen (was ich natürlich niemals wagen würde, und nein, ich möchte nicht den neuen Spezialtarif mit dem persönlichen Berater, der MICH anruft!). Als hätte meine Internet-Verbindung den Geist aufgegeben, und dort sagt man mir: „Ich schicke Ihnen mal einen Link.“
„Bitte, was?“
„Ja, das ist ganz einfach. Damit einfach nur die neue Software runterladen, dann sollte alles wieder funktionieren.“
„Klar, danke. Und wenn nächstes Mal mein Telefon ausfällt, rufe ich sie genauso einfach wieder an.“
„Genau!“

Easy.

*Zum Glück habe ich bereits sämtliche dieser Art aus meinem Leben verbannt. Das letzte Festnetz-Telefon fristet mit schwacher Brust … äh, Akkuleistung sein verstaubtes Dasein als blinkendes Mahnmal dessen, dass ich ganz bestimmt nicht drangehe, wenn die Schwiegereltern anrufen. Sonst hat keiner mehr die Nummer. Und wenn ich mich mit meinem iPhone über die kleinen Kopfhörer mit dem lustigen Reinsprech-Schnipsi verkabele, kann ich manchmal noch einbilden, mein Gegenüber wäre nur eine harmlose Podcastfolge.
Ist ja nicht so, dass ich keine Strategien am Start hätte! Verdammte Axt. Das sagte ich bereits, sorry.

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