Stichwort: Verbundenheit

Einseitige Zweisamkeit führt nicht zu mehr Verbundenheit.

Sobald sich nur einer verbindet, schließt das zwangsläufig bereits den anderen aus. Da kann der andere machen, was er will. (Macht er ja meistens eh schon.) Die Bemühungen des einen, eine stärker werdende Verbindung (evtl. wieder-) herzustellen, führen nur dazu, dass sich die Schlinge um den einen selbst immer stärker zuzieht. Die Schlinge wird zu Resentment. Der eine wird noch einzelner, kapselt sich ab, wird wortwörtlich abgetrennt und driftet langsam aber sicher davon. Die Luft zwischen den beiden – dort wo ursprünglich die Verbindung entstehen sollte wollte – wird immer enger, giftiger, aufgeladener. Wenn der andere das nicht mitkriegen, weiterhin darauf beharren, dass doch alles gut und großartig ist, zieht sich die Schlinge des einen auch von der anderen Seite her immer weiter zu.

Vielleicht wäre es der natürliche Lauf der Dinge, dass der Spannungsdruck auf der Schlinge endlich so groß wird, dass die porös gewordene, restliche Verbindungsschnur sich immer weiter aufribbelt, nur um endlich mit mehr oder weniger lautem Knall durchzureißen.

Doch der eine hat Angst. Der eine klammert weiterhin an der instabilen Verbindung, während der andere bereits irgendein neues, verheißungsvoll glänzendes Seil hinaufklettert. Der eine hat Angst vor dem Fallen und Alleinsein. Der eine fürchtet sich so sehr, mal wieder fallen gelassen zu werden, das kennt er doch zu gut. Das passiert schließlich immer und immer wieder in (s)einem Leben …

Die Verbindung ist tot, der eine ist bereits allein.
Nur keiner hat’s gemerkt.

Das einstig gemeinsame Band ist nur noch ein schöner Schein. Hübsche Schleifen, strahlender Fake. Bunte Attrappen, an denen man nur leicht ziehen muss, damit sie sich völlig auflösen.

Und (k)einer traut sich, zu versuchen, ob der Zug nicht eigentlich die Freiheit bedeutet.

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